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AN(GE)DACHT...
Hereinspaziert

 

Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele?

Matthäus 16,26 – Monatsspruch für den September 2019

Liebe Leserin, lieber Leser,
liebe Freunde unserer Kirchengemeinde(n),
von der Motivation, welche Fragen man stellt, hängt maßgeblich ab, welche Antworten man erwartet. – dieser Satz ist mir in der Vorbereitung dieser Andacht zugefallen. Und: er schwirrt mir seitdem im Kopf herum und ich weiß noch gar nicht so recht, wie ich damit umgehen werde ... Fragen gibt es ja viele...
Im hier konkreten Fall waren sowohl Hintergrund als auch Auslöser die Geschehnisse um das Rettungsschiff „Sea-Watch 3“ und dessen Kapitänin Carola Rackete in den letzten Wochen des eben vergangenen Monats Juni: Da entscheidet sich eine junge Frau, die eine Verantwortung für ihre Besatzung, für ihr „zugeschwemmte“ Menschen in Not und augenscheinlich dazu eine „innere Mission“ hat, zu einer nachwirkenden Aktion:
Sie fährt – trotz kurzfristig vollzogener, augenscheinlich angstgeführter und vor allem gegen die eigene Verfassung formulierter Gesetzgebung – in den Hafen von Lampedusa in Italien ein. Um Menschenleben zu retten! Sie selbst bezieht sich dabei unter anderem auch auf das UN-Seerechtsübereinkommen – zu Recht, wie sich kurze Zeit später herausstellen wird.
Unser Bischof sagt dazu: „Eine mutige Kapitänin, die Menschen rettet – eine mutige Richterin, die sich auch unter politischem Druck an Recht und Gesetz hält! Carola Rackete hat mit ihrer Aktion aufgezeigt, dass die Blockade einer menschenwürdigen Flüchtlingspolitik in Europa täglich Menschenleben kostet. Schlepperbanden werden ermutigt, Menschen auf das Meer in den Tod zu locken. Es wird höchste Zeit, dass Europa zu seinen Werten zurückfindet. Europa braucht eine vernünftige Aufnahmeregelung für Flüchtlinge und humanitäre Brücken, die es Menschen in Not erlaubt ohne Gefahr für Leib und Leben gerettet zu werden.“ (M.Dröge, Pressemitteilung vom 03.07.2019)
Ich will und kann dem nicht mehr viel hinzufügen! Es ist wahrhaft ein Trauerspiel, was an unserer sogenannten EU-Außengrenze momentan passiert. In der Bibel steht: Christus spricht „Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“ (Mt 25,40). Dahinter kommen wir – zumal als Christ/innen – nicht mehr zurück! Es sei denn, wir stellen die falschen Fragen und hoffen damit auf scheinbar beruhigende, im Kern aber brutale Antworten.
Bleiben sie/ bleibt Ihr sommerlich behütet. Ulf Haberkorn

 

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